
Natürlich
gibt es das und - je nach eigener Veranlagung - bewundert
man solche Menschen, oder sie gehen einem
dermaßen auf den Senkel, dass man Mühe hat, die Prototypen dieser Spezies nicht auf den Blocksberg zu wünschen.
Heidi
Klum ist das allseits bekannte Demonstrationsobjekt ewigen
Glücklichseins, aber es gibt die Sorte durchaus
auch in der eigenen
Umgebung,
weniger bekannt, weniger nervig, denn sie strahlen einen ja nicht
permanent von einem Titelblatt an,
aber es sei anzuraten, sie nicht
unbedingt bei eigenem Tiefstand zum Essen einzuladen.
Das könnte damit enden, dass man beim Zähneknirschen eine Menge zahntechnisch nicht mehr zu ersetzender
Substanz verliert.
Vor einem aber hüte man sich unbedingt, etwa auf die Frage * wie geht es Dir* eine ehrliche Antwort zu geben.
Auch
wenn einem das Schicksal gerade ein paar deftige Breitseiten verpasst
haben sollte und man gesundheitlich
auf einem Level gelandet ist, der
einen dazu veranlasst, eine Patientenverfügung zu erstellen,
oder etwa die eigene Grabrede zu verfassen, ist erhöhte Vorsicht angebracht.
Die
exzessiv Glücklichen neigen nämlich dazu, dem Leidenden und jedem, der
es sonst noch hören will, deutlich
zu machen, dass man mental dagegen
angehen müsse.
Glücklich zu sein, das könne man lernen und es beeinflusse dann unweigerlich auch die physische Gesundheit.
Das
ist eher der Moment, da man als Normalglücklicher beginnen sollte, den
Drogenkonsum der Exzessiv Glücklichen
zu durchleuchten, , entweder wird
man fündig, oder aber es stellt sich heraus, dass die e.G Typen mit den
Genen der
Gesundheit gesegnet wurden, noch nie eine Arztpraxis von
innen gesehen haben und somit völlig außerstande
sind, sich den Zustand
eines Normalsterblichen auch nur ansatzweise vorstellen zu können.
Die alten Zähne wurden schlecht
und man begann sie auszureißen.
Die Neuen kamen gerade recht,
um mit ihnen ins Gras zu beißen!
sagte
schon Heinz Erhardt und das lässt darauf schließen, dass er so heiter
wie seine Sprüche vermuten
lassen, offensichtlich auch nicht war.
Was
ihn dann wieder ungeheuer symphatisch macht. Nicht dass man sich die
Einbrüche seiner Mitmenschen
wünschen würde, aber nicht doch, notfalls
ist man sogar bereit für die Gesundheit des einen oder anderen
ein
Kerzlein anzuzünden, aber nichts ist enervierender als sich mit einem
e.G. über das Leben und dessen
unweigerliche Einbrüche zu unterhalten.
Erst
sieht er einen an, als rede man botokudisch und dann folgt unweigerlich
eine volle Demonstration dessen,
was jeden Normalo unweigerlich an die
These glauben lässt, dass jeder Mensch bei entsprechender Sachlage
zu
einem Mord fähig sei.
Der e.G. beginnt, die Vorzüge eines Lebens
zu schildern, das er für normal hält, er betreibt das, was er mentale
Konditionierung nennt, die jedem zur Verfügung stehe, der nur guten
Willens sei.
Bei meinem letzten Versuch, fröhlich trällernd
sämtliche Miseren auszusitzen, kam mir dann allerdings die
Diagnose
dazwischen, dass ich mich ohne Auffschub in die Klinik zu begeben habe,
weil mein Herz doch
eher ein paar Bypässe brauche.
Ich habe beim
Pförtner hinterlassen, dass der e.G. auf gar keinen Fall als Besucher
zugelassen ist,
es sei denn, man bewaffnet mich mit einem
Trommelrevolver.